#55 – Urlaubsviren: Skandinavien und das Sindbis-Virus

Shownotes

Teil zwei der Sommerreihe über Viren, die einem im Urlaub begegnen können – diesmal geht es nach Norden. Das Sindbis-Virus wird von ganz gewöhnlichen Stechmücken übertragen und löst Erkrankungen aus, die je nach Region Pogosta-Krankheit, Ockelbo-Krankheit oder Karelisches Fieber heißen. Florian Krammer erklärt, warum das Virus mit Chikungunya verwandt ist, wie es über Zugvögel nach Eurasien kam, und warum die meisten Infektionen unbemerkt bleiben (auf einen symptomatischen Fall kommen 20 bis 40 asymptomatische). Wer es erwischt, bekämpft aber oft eine hartnäckige Arthritis, die Monate bis Jahre anhalten kann. Kurios: Größere Ausbrüche in Finnland treten offenbar in Sieben-Jahres-Intervallen auf, der letzte war 2021. Impfstoffe oder Medikamente gibt es keine.

Gutes Review zum Sindbis Virus [Englisch]: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12758272/

ECDC Fact Sheet zu Sindbis Virus [Englisch]: https://www.ecdc.europa.eu/en/sindbis-fever/facts

+++++

Weitere Infos und Links zum Podcast: https://linktr.ee/virologisch

Unterstütze viroLOGISCH auf Steady: https://steady.page/de/virologisch/

Fragen, Feedback oder Themenvorschläge? Gerne an: virologisch@podcastwerkstatt.com

+++++

Ludwig Boltzmann Institut fuer Wissenschaftskommunikation und Pandemievorsorge https://soap.lbg.ac.at/?lang=de

Ignaz Semmelweis Institute https://semmelweisinstitute.ac.at/de/willkommen-im-semmelweis-institut/

Krammer Laboratory at the Icahn School of Medicine at Mount Sinai https://labs.icahn.mssm.edu/krammerlab/

+++++

Interessenskonflikte

Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.

Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).

Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.

Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.

Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.

Transkript anzeigen

00:00:06: Und das weiss schon darauf hin, dass es wahrscheinlich sehr viele asymptomatische Fälle gibt.

00:00:11: Da gibt's auch Studien dazu, dass etwa zwanzig bis vierzig asymptomatischen Fälle auf einen symptomatischen Fall kommen.

00:00:46: Ja, hallo und willkommen zu dieser Episode von Virologisch, die ist aufgenommen worden am thirzehn Juli-Zwz.

00:00:54: Das letzte Mal haben wir über ein Virus gesprochen, das man eben in den Ferien auf im Urlaub bekommen kann wenn man nach Süden fährt.

00:01:00: Nämlich da werden wir etwas doskanervirus gesprochen mit von Stechmücken übertragen beziehungsweise auch vom Sand mücken.

00:01:09: und heute reden wir über einen Virus, dass man im Norden bekommen kann auch von Stechnmücken.

00:01:15: also wenn ihnen das Süden zu heiß ist und es dazu viele exotische Krankheiten gibt und sie liefern nach Norden fahren weiß ich nicht zum Wandern oder Fischen und als Skandinavien kann ich Ihnen auch dort eine interessante Erkrankung bieten.

00:01:30: Und zwar geht es heute um das Sympis-Fever, die Pogosterkrankheit oder die Occlipar-Krankheit, oder auch das karellische Fieber und die werden vom SympiS Virus ausgelöst.

00:01:45: Das SympiiS Virus ist ein Alpha-Virus, das ist verwandt mit Chikungunia zum Beispiel von Chikonguna haben wir schon gehört kommt den Tropen und Subtropen vor, ist auch in Europa am Vormarsch.

00:01:55: Und wird von der digamücke, der asiatischen Digamücke übertragen.

00:01:59: Das sind bis Virus ist molekular, biologisch ähnlich, genetisch ähnlich.

00:02:05: Wird aber von ganz anderen Stechniken übertragend.

00:02:08: wie bei anderen Alpha-Viren handelt sich es hier um ein Virus mit einem positiven strengigen RNA genommen Einzelstrang RNA.

00:02:15: das Virus ist etwa sixty bis seventy Nanometer im Durchmesser.

00:02:21: Es ist sehr symmetrisch angeordnet.

00:02:24: Also eine sehr hübsche Form, wenn man sich das im Elektronomikroskop anschaut.

00:02:28: Man kann sich es auch in den Kryo-Elektronom mikroskop anschauen und dann im Prinzip auf atomare Ebene die Struktur lösen weil das eben so regelmäßig ist.

00:02:36: Das macht schon gemacht!

00:02:38: Wenn wir uns das Partikel anschauen haben wir eben die RNA innen, die es umgeben von einem Köpsiht.

00:02:43: Dann haben wir eine Libidmembrane, eine Libithülle und außen eingebattert in diese Lipid-Hülle haben wir Glucoprotein oder Spikeprotein.

00:02:54: Und das kommt in drei Untereinheiten nämlich E-Eins, E-Zwei und E-Trei.

00:02:59: Aber wie gesagt wunderschönes, wundeschönes Virus!

00:03:02: Das ist relativ diversgenetisch.

00:03:05: es gibt einige Genotypen ich glaube sechs und soweit ich informiert bin vorher sagt nur der Genotype Eins auch um meine Erkrankungen, die anderen sind nicht mit humanen Erkankungen assoziiert.

00:03:18: Das Virus wird übertragen von Moskitos.

00:03:21: wie ich schon gesagt das sind nicht diese asiatischen Dingermücken sondern das sind Kuleks-Moskitos.

00:03:27: Die kommen auch in Österreich und Deutschland überall vor.

00:03:29: Und dann wird es von Kulex.

00:03:31: Pipien zu übertragen, das ist unsere ganz normale Stechmücke.

00:03:36: Ich glaube gemeine Stechmycke hast du dir auf Deutsch Wird aber auch von anderen kann auch von andern Stechmicken übertragend werden Kulissetter, Spezies zum Beispiel.

00:03:45: Und wie gesagt, die findet man überall in Europa und in Afrika, in gewissen Regionen, in Asien.

00:03:51: Damit ist auch das Virus relativ weit verbreitet.

00:03:54: Bis ich etwas zur Geschichte entdeckt wurde, dass Virus in einem Deich ins Sindbis.

00:04:01: Das ist ein Dorf etwa drei Kilometer nördlich von Cairo in Ägypten, also es ist in two-fünfzig entdeckt worden.

00:04:08: Weiß ich nicht ob das noch ein Dorf ist oder schon ein Start aber damals war es simpelse mein Dorf und nachdem ist es benannt.

00:04:15: Und man hat dann auch relativ schnell humane Fälle gefunden und zwar in Zentral und Südafrika, in Uganda, neunzehneinundsechzig und in Südafrika neunzentreiundsechsig.

00:04:28: Das hat dann gar nicht so lange gedauert bis man auch in Europafälle gefunden hat und zwar und dann ein bisschen später in Finnland, ja, aus dem Jahr nineteen vierundsiebzig.

00:04:40: Und in Finnlands war das im, ich glaube Illumanzi nennt sich das Dorf, das nennt es sich aber auch Pogosta und deswegen Pogoster-Krankheit.

00:04:49: In Schweden war das glaube ich mit der Art Okkulpo assoziierten deshalb okkulbo Krankheit.

00:04:56: Im Osten Finnlands an der Grenze zu Russland ist das auch aufgetreten eben Karelien Und das im kareelisches Vieh.

00:05:05: Also das Karelien ist diese Grenzregion zwischen Finnland und Russland.

00:05:08: Ich glaube, das hat ursprünglich zu Finnland gehört.

00:05:10: Das war dann im Krieg teilweise von Russland erobert worden.

00:05:15: Aber das Kareelen dort...und da kommt es eben auch vor.

00:05:19: Aber wie gesagt, das Virus findet sich eigentlich in vielen Gegenden Eurasiens und Afrikas.

00:05:28: Nur die meisten Erkrankungsfälle in Europa findet man eben, in Skandinavien.

00:05:34: Aber es wurde auch schon in Spanien detektiert.

00:05:36: In Süddeutschland zum Beispiel.

00:05:38: Vor allem wenn mein Mücken schaut, findet man's.

00:05:40: Wo kommt das her?

00:05:42: Die Reservat Spezies sind Galliforme und Basseriformefögel also Hühnerartige und Sperlingsartige.

00:05:49: Also Passeriformesperlingartige sind glaube ich Zinkvögel Und bei den Hühnersortigen ist es soweit Ich weiß vor allem der Auerhahn der das Virus trägt.

00:05:59: Und teilweise sind es im Zugvögel, beim Auerhand bin ich mir da nicht so sicher.

00:06:04: aber sicher einige von den Passereformen und die können das Virus eben auch vertragen und weiterverbreiten und das kehrt ihm auch die Ausbreitung über Eurasien also Europasien und dann Afrika Ja und dann kann sie zur Übertragung von Vögeln auf Menschen kommen mit diesen Moskitos als Vektor und das passiert normalerweise im Späts einmal im August, am Frühjahr bis dem September.

00:06:34: Und gegen wo diese Viren enthämisch sind die haben Menschen eigentlich relativ hohe Seroprevalenz für das Virus.

00:06:42: Das heißt viele Leute haben Antikörper zwischen drei und zehn Prozent.

00:06:48: Und das weiß schon darauf hin, dass es wahrscheinlich sehr viele asymptomatische Fälle gibt.

00:06:53: Da gibt's auch Studien dazu, dass etwa zwanzig bis vierzig asymptomatischen Fälle auf einen symptomatischen Fall kommen.

00:07:00: Wenn man infiziert wird ist die Inkubationszeit etwa drei bis vier Tage.

00:07:05: Wie gesagt, es muss nicht zur Erkrankung kommen aber es kann zu Erkankungen kommen und die Symptome sind dann Fieber, Muskelschmerzen ein Ausschlag der ähnlich ist wie der Ausschlag, den man bei Gikungunia bekommt.

00:07:19: Ich glaube ein bisschen weniger ausgeprägt aber doch ähnlich.

00:07:22: und dann in ganz seltenen Fällen kann es auch zu Encephalitis also zur Gehirnenzündung kommen und das sind dann natürlich schwere Fälle.

00:07:29: Das ist selten, aber es kann passieren.

00:07:32: Aber das andere Problem, das wir hier haben, ist ähnlich wie was bei Giccungunias passiert Es kann zu Arthritis kommen und zwar bei den Handgelenken Fußgelenkungen, bei den Fingern und so weiter und so fort.

00:07:48: Und das taucht nicht gleich auf!

00:07:49: Das kommt meistens erst mit der Zeit und kann aber dann Monate anhalten.

00:07:54: Also so glaube ich im Durchschnitt sechs bis acht Monate... ...und in Manchenfällen kann das sogar Jahre dauern bis es wieder weggeht.

00:08:01: Und dass ist sehr unangenehm.

00:08:03: Ich hatte ja Malchikungunia und bei mir hat das so drei vier Monate gedauert bis es jetzt wieder weg war.. ..aber ich hab da in der Früh fast nicht gehen können Und das kann eben bei Sintbis-Infektionen auch passieren.

00:08:16: Wie gesagt, meistens sind es eh asymptomatisch aber in gewissen Fällen ein gewisser Prozentsatz der Leute sich infizieren haben Symptome und von denen kriegt dann einen gar nicht zu geringer Anteil im diese Langzeitartritis.

00:08:30: Das ist natürlich sehr unangenehm Aber es ist grundsätzlich eben so dass die Erkrankung an sich nicht so häufig ist.

00:08:36: Also ich glaube Finnland hat so in etwa hundert Fälle pro Jahr dass es nicht besonders viel ist.

00:08:42: Aber es kann auch zu größeren Ausbrüchen kommen und interessanterweise passiert das fast in sieben Jahresintervallen, wenn man sich die Ausbrücke in Finnland anschaut.

00:08:52: Und der letzte Größere war im Jahr zwanzig.

00:08:55: Also vielleicht ist man heuer gar nicht so dem ausgesetzt, wie man nach Skandinavien auf Urlaub wird, weil waren ja nun nicht sieben Jahre.

00:09:03: Aber bei diesem Ausbruch, war die Inzidenz von ca.

00:09:07: vierzig Fälle pro hunderttausend Einwohner und das ist eigentlich schon ganz schön viel!

00:09:12: Ja und das andere Problem dass wir hier haben es gibt nicht wirklich Behandlungsmöglichkeiten oder antivirale Medikamente.

00:09:19: also wenn man diese Arthritis bekommt kann man das natürlich mit Medikamenten die den Zündungen hemmern behandeln.

00:09:26: Aber das Virus selbst, die Virusvermehrung im Körper kann man eigentlich nicht behandeln.

00:09:32: Da gibt es keine Medikamente dazu.

00:09:34: und das Problem ist es gibt doch keine Impfstoffe was einerseits klar ist weil sie es kommerziell nicht auszahlen wird so ein Impfstoff zu entwickeln.

00:09:42: der wäre auch sehr schwer zu entwickeln weil es eben nicht so viele Fälle gibt.

00:09:46: anders.

00:09:46: jetzt ist natürlich ein Problem wenn wir in Gebieten unterwegs sind wo das Virus vorkommt und wenn man gerade in einem Jahr unterwegs ist wo es viele Fällen gibt.

00:09:55: Man kann sie natürlich schützen, zwar vor den Moskito-Stichen oder Moskitobissen.

00:10:00: Einerseits mit langen Hosen und mit langer Ärmeln.

00:10:04: Andererseits auch mit Insektenschutzmitteln.

00:10:08: Wenn man nicht gestorchen wird, kann man sich auch nicht infizieren.

00:10:12: Ja das war's für heute!

00:10:13: Das war die zweite Forge unserer Sommerserie über Obskure Viren, die man im Urlaub von Stechnik bekommen kann.

00:10:24: Es wird noch weitergehen.

00:10:25: Wie gesagt, das Simbis Virus ist fast niemanden ein Begriff außer vielleicht Leuten die in Finnland oder in Skandinavien in den demischen Gebieten wohnen aber es ist ein interessantes Virus und es gut darüber Bescheid zu wissen.

00:10:39: wie immer wenn es Fragen Anregungen Kommentare gibt bitte einfach ein E-Mail schreiben an www.virologischatpodcastwerkstatt.com Und wenn Ihnen der Podcast gefallen hat und Sie das unterstützen möchten, können Sie das jederzeit auf Steady tun.

00:10:53: Danke fürs Reinhören!

00:10:55: Bis nächste Woche, ciao!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.