#32 – Hepatitis B und D: Wenn Viren gemeinsam gefährlich werden

Shownotes

In dieser Folge von viroLOGISCH geht es um das Hepatitis-B-Virus, einen weltweit verbreiteten Erreger, der eine Entzündung der Leber verursacht und auch chronisch verlaufen kann. Florian Krammer erklärt den besonderen Aufbau des Virus, seine ungewöhnliche Vermehrung mit einer RNA-Zwischenstufe und warum sich das Virus über Jahre im Zellkern halten kann. Thematisiert werden Übertragungswege wie Blut, sexuelle Kontakte und die Geburt, typische Symptome einer akuten Infektion sowie die große Gefahr chronischer Verläufe, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können – besonders bei Infektionen im Kindesalter oder bei zusätzlicher Hepatitis-D-Infektion. Außerdem geht es um die weltweite Verbreitung, die begrenzten Therapiemöglichkeiten und warum die sehr wirksame Hepatitis-B-Impfung eines der wichtigsten Werkzeuge zur Prävention dieser Erkrankung ist.

Links zu Papers über Hepatitis B Funde aus der Steinzeit etc. [Englisch]: https://www.science.org/doi/abs/10.1126/science.abi5658 https://www.nature.com/articles/s41586-018-0097-z https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6008052/

Hepatitis B Übersicht der AGES: https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/hepatitis-b

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Interessenskonflikte

Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.

Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).

Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.

Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.

Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.

Transkript anzeigen

00:00:06: Wenn es eine Hepatitis B und Hepatitis D-Infektion gibt, man nennt das Superinfektion, wenn sich eine Infektion auf die andere draufpflanzt, dann wird die Erkrankung viel schlimmer.

00:00:19: Etwa zwanzig Prozent der Leute, die chronische Infektion mit Hepatitis B und D haben, sterben dran.

00:00:26: Also das ist schon relativ problematisch.

00:00:57: Ja, hallo und willkommen zu dieser Episode von Virologisch, die ist aufgenommen worden am einunddreißigsten Jänner, zwanzig in New York City.

00:01:06: Und heute geht es wieder mal um ein Hepatitis Virus, und zwar ums Hepatitis B Virus.

00:01:12: Das Virus gehört zu einem Hepatnaviridee.

00:01:15: Es hat unterschiedliche Serotypen.

00:01:17: Ich glaube, es gibt vier verschiedene Serotypen.

00:01:21: die schlüsseln sich dann auch noch in unterschiedliche Genotypen auf und es hängt ein bisschen vom Genotypen ab, wie stark die Erkrankung ausfällt bzw.

00:01:30: wie leicht zu Komplikationen kommt und wie einfach es ist, die Erkrankung zu behandeln.

00:01:36: Diese Viren haben ziemlich Interessantes genommen.

00:01:39: Die haben doppelsträngiges DNA genommen und das ist zirkulär.

00:01:47: Es ist nicht ganz doppelsträngig, sondern ganz zirkulär.

00:01:51: Da gibt es noch ein paar Feinheiten, aber ich glaube, da geben wir zu sehr ins Detail.

00:01:55: Aber was die haben, ist im Prinzip covalently closed-circular-DNA oder CC-C-DNA.

00:02:02: Die Viruspartikel sind relativ klein, zu einvierzig Nanometer im Durchmesser.

00:02:08: Innern drinnen haben wir eben unser Genom, dann haben wir sehr regulär geformtes Nucleocapsid, also das ist mal die erste Hülle.

00:02:16: Und dann haben wir eine Fettschicht, eine Libithülle und in dieser Libithülle sitzt das Oberflächenantigen oder HBSHG, also Hepatitis B Surface Antigen.

00:02:29: Wie schon gesagt, das Genom ist interessant und zwar auch deshalb, weil das zwar ein DNA genommen ist, aber es eben eine RNA Zwischenstufe gibt.

00:02:39: Das heißt, dass diese Viren im Prinzip zwar keine Retroviren sind wie HIV, aber doch ihre BR-Setranskriptase haben.

00:02:48: Das heißt, die können DNA in RNA umwandeln und dann RNA wieder in DNA.

00:02:53: Und das ist was ganz Besonderes, das können die meisten Viren nicht.

00:02:57: Das andere Interessante an diesem Virus ist, dass es so ähnlich, aber anders als bei Herpesviren, aus einen genomen Zellen einlagern kann und zwar in den Zellkehren.

00:03:09: Und das kann dort für viele Jahre bleiben.

00:03:12: und das kann zu chronischen Infektionen führen.

00:03:14: Und das ist eigentlich auch das größte Problem, dass wir mit Hepatitis B Viren haben.

00:03:19: Hepatitis B Viren sind humane Viren.

00:03:21: Es gibt zwar verwandte Viren in anderen Tieren, unter anderem in Menschenaffen und anderen Affen, aber auch zum Beispiel in Vögeln.

00:03:31: Man nimmt an, dass die Viren, die humanen Viren, die Sorge, die Viren und die Vogelviren sich etwa vor dreihundert Millionen Jahren getrennt haben.

00:03:40: Also es schaut ziemlich lang her und dazwischen gab es halt sehr viel Evolution.

00:03:45: Also wie gesagt, es gibt unterschiedliche Genetypen, das hat sich auch in der humanen Population mit den unterschiedlichen Migrationsrouten quasi mitbewegt, das Virus, und hat es im Prinzip eine Evolution durchgegangen in unterschiedlichen menschlichen Populationen.

00:04:02: Und man kann dieses Virus auch schon sehr früh nachweisen.

00:04:04: Es ist ja mittlerweile möglich, dass man alte Knochen z.B.

00:04:08: aus der Steinzeit an sequenziert, das Genom von den Menschen, die damals gestorben sind, sequenziert.

00:04:16: Und da sequenziert man dann im Prinzip auch die DNA von diesem Hepatitis B-Virus mit.

00:04:22: Und deswegen wissen wir, dass das schon in der Steinzeit, der Bronzezeit war im Mittelalter.

00:04:29: zur Infektion angeführt hat.

00:04:31: Teilweise haben da Genotypen zur Infektion angeführt, die mittlerweile ausgestorben sind.

00:04:36: Teilweise sind das im Prinzip die gleichen Bienen, die gleichen Genotypen, die nach wie vor in Menschen zirkulieren.

00:04:42: Die Erkrankung selbst, also das ist ja im Prinzip eine Hepatitis, eine Leverinfektion, Leverentzündung, ist ja sehr, sehr lang bekannt, wurde unter anderem von den Babylonien beschrieben, vom Hippocrates.

00:04:58: Es gibt einen interessanten Bericht von Luemann von Achtundfünfundachtziger aus Bremen.

00:05:03: Da hat man schon angefangen gegen Bock und zu impfen.

00:05:06: Normalerweise sind diese Impfstoffe in Kühen produziert worden.

00:05:12: Aber gelegentlich hat man das anscheinend auch in Menschen gemacht und da hat man in meinen Bock und Impfstoff verwendet, der von Menschen stammte.

00:05:19: Und anscheinend war der kontaminiert mit Hepatitis B. Da ist man dann anfangen hat zu impfen.

00:05:25: kam es zu einem Hepatitis B-Ausbruch unter den Gegnern.

00:05:28: Der Ausbruch, der mit Syphilisbehandlung assoziiert wurde, hat man Medikamente gespritzt gegen Syphilis und die Nadel nicht gereinigt zwischen den Patienten.

00:05:42: Da ist es eben auch beschrieben, dass es zu Hepatitis gekommen ist.

00:05:46: Im Zweiten Weltkrieg gab es einen großen Ausbruch mit ungefähr dreihunderttausend Soldaten, die infiziert waren.

00:05:53: Und zwar US-Soldaten, die sind gegen Yellow Fieber, also gegen Gelbfieber geimpft worden.

00:05:59: Und anscheinend war dieser Impfstoff auch kontaminiert.

00:06:02: Bei Hepatitis am Anfang hat man eigentlich nicht wirklich sagen können, bei welches Pathogen die Hepatitis auslöst.

00:06:08: Das hat sich nachher ausgestellt, dass wir einige unterschiedliche Hepatitis-Viren haben.

00:06:13: Also A, B, C, E. über D werden wir noch reden, das ist ein bisschen speziell.

00:06:19: Aber in den neunzehnfünfziger Jahren hat man schon angefangen zu differenzieren, und zwar zwischen Typ A, das ist Hepatitis, die man eben über die oralfekale Route bekommt.

00:06:30: Darüber haben wir vor ein paar Wochen gesprochen.

00:06:33: Und Typ B, das wurde Serum Hepatitis genannt, eben die Infektionen entstehen über Transfer von Serum oder humanem Material.

00:06:43: Und über die Infektionswege werden wir auch noch reden in ein paar Minuten.

00:06:46: In den Sechzigerjahren hat dann gewisser Bauch Blumenberg das Virus identifiziert, anfangs eben ein Antigen, das mit dem Virus assoziiert ist, nämlich dieses Oberflächenprotein, dieses HBSHG, also dieses Hepatitis B-Surface Antigen.

00:07:03: Und der hat das in Blutproben von australischen Aborigines gefunden und hat das deshalb Australia Antigen genannt, also australisches Antigen.

00:07:12: Und der hat dann auch neunzehn-sechsundsiebzig den Nobelpreis für die Entdeckung von Hepatitis B bekommen.

00:07:18: In den Neunzehn-Siebzigern hat dann der David Dane die Viruspartikel sichtbar gemacht, und zwar mit Hilfe von Elektronenmikroskopie.

00:07:27: Das war auch von Serum, von Infizierten.

00:07:29: Die Partikel hat man dann auch Dane-Particles genannt, also im Prinzip nach ihm.

00:07:34: Und neunzehn-einundsiebzig hat die amerikanische FDA, also das ist... die amerikanische Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Impfstoffe und Arzneimittel auch schon einen Test zum Screening von Blutproben bzw.

00:07:48: Blutkonserven entwickelt gehabt, damit man eben testen konnte, ob die Blutkonserven, die man verwendet hat, sicher waren.

00:07:55: Bisher was zur Infektion.

00:07:57: Wie kann man sich mit Hepatitis B infizieren?

00:08:01: Grundsätzlich über Blut, Blutprodukte Nadeln, also was da großes Problem ist, ist intravenöser Drogengebrauch, wo Nadeln geteilt werden, über sexuelle Kontakte.

00:08:17: Ganz ein wichtiger Faktor ist, während der Geburt, also da passiert es leider oft, dass Hepatitis beinfizierte Mütter die Bevis anstecken.

00:08:26: Und früher waren auch Tattoos und Acupuncture-Problem, da weiß man aber mittlerweile, dass man eben diese diese Nadeln, die man verwendet, säubern muss und das passiert eigentlich sehr selten, dass man sich über der Tus- und Akkupunktur ansteckt mittlerweile.

00:08:42: Das Virus hat eine sehr lange Inkorpionszeit zwischen dreißig und hundred-achtzig Tagen.

00:08:46: Das ist von Vorteil, das heißt, man kann auch nachdem man mit infizierten oder mit kontaminierten Materialimperierung gekommen ist, noch impfen.

00:08:56: Man muss das aber sehr schnell machen.

00:08:58: Nach etwa dreißig bis hundred-achtzig Tagen kommt es zu Symptomen.

00:09:02: Das sind Anfangsmuskelschmerzen, leichtes Fieber.

00:09:07: Das kann sein, dass einem schlecht ist, dass man brechen muss.

00:09:11: Müdigkeit, Bauchschmerzen.

00:09:15: Dunkler Orin zum Beispiel kann auch ein Symptom sein.

00:09:17: Das passiert deshalb, weil wenn die Leber angegriffen ist und das Virus vermehrt sich eben in der Leber, dann kann Bilirupin nicht mehr abgebaut werden von der Leber und das wird dann über Norin ausgeschieden und deswegen hat man dunkle Norin.

00:09:31: Im Laufe der Infektion kann es dann eben zu Gelb sucht, also zu einer Hepatitis, zu einer Leberinfektion.

00:09:39: Und da kann sich eben als einst der Symptome die Haut gelb färben bzw.

00:09:45: die Augen können sich gelb färben.

00:09:47: Was zu dem dunklen Urin noch dazu kommt, ist oft heller Stuhl, weil keine Gallensekrete ausgeschieden werden.

00:09:54: Also so typische Symptome von einer Hepatitis, wie gesagt, wenn man Landläufe gelb sucht nennt.

00:10:02: Man sieht dann auch die Leberwerte raufgehen, also diese Alennin-Transferase, die man da oft misst, das ALT, das findet man dann eben vermehrt, weil Leberzellen so stört werden und das freigesetzt wird.

00:10:17: Und nicht alle Leute, die sich infizieren, sind symptomatisch, also ungefähr Drittel bis die Hälfte aller Erwachsenen, die sich infizieren, sind eigentlich auch symptomatisch.

00:10:27: Aber was schon passieren kann, ist, dass beim kleinen Anteil der Infizierten das recht schwer verlaufen kann und dass es wirklich zum Leberversagen kommt.

00:10:36: Und das ist natürlich dann schon problematisch.

00:10:39: Es kann auch sein, dass andere Organe betroffen sind.

00:10:43: Es kann zum Niedenschaden kommen.

00:10:47: Es kann aber auch zu Gefäßentzündungen kommen.

00:10:49: Also es gibt unterschiedliche Symptome, die zusätzlich zum Leberschaden auftreten können.

00:10:55: Beim Großteil der Erwachsenen, wenn die sich infizieren, die werden wieder gesund.

00:10:59: Im Prinzip wird die Viruserkrankung oder die Infektion durchs Immunsystem beendet.

00:11:06: Und man hat dann auch recht stark und lebenslange Immunität, wenn das passiert.

00:11:11: Also bei neunzig Prozent der Erwachsenen, wenn die sich infizieren, die können im Prinzip die Infektion wieder los werden.

00:11:18: Bei jüngeren Kindern ist es so, dass nur etwa dreißig Prozent die Infektion wieder loswerden.

00:11:25: Und gerade bei Neugeborenen, wenn die sich infizieren, also durch die Mutter, werden nur etwa fünf Prozent die Infektion wieder los.

00:11:34: Das heißt, die restlichen, die die Infektion nicht loswerden, kriegen im Prinzip eine chronische Infektion.

00:11:41: Und das ist hochproblematisch.

00:11:44: Diese chronischen Infektionen, da setzt sich das Virus in der Leber fest.

00:11:49: Und das Problem ist aber dann, dass einerseits das Virus Leberzellen zerstört mit der Zeit, andererseits das Immunsystem natürlich auf diese Infektion reagiert und anfängt, Zellen abzutöten.

00:12:02: Und dadurch kommt es dann zu einem relativ problematischen Leberschalen.

00:12:08: Das äußert sich zuerst mal über eine Leberzirose.

00:12:13: hat man wahrscheinlich schon mal gehört, dass es im Prinzip eben genau das, dass es zu Schäden in der Leber kommt, dann kommt es zur Vernahrung vom Gewebe und das ist eben eine Tirose.

00:12:25: Und das kann dann weiter fortschreiten und das kann dann zu Leberkrebs führen.

00:12:29: Und bei diesen chronischen Infektionen führt das bei etwa fünfzehn zu vierzig Prozent der Infizierten über Zeit zu Levertyrosi und dann zu Leverkrebs.

00:12:39: Also diese Infektionen sind krebserregend und das ist natürlich ein großes Problem.

00:12:44: Und man wird das dann auch nicht mehr los, das ist das nächste Problem.

00:12:47: Wenn man diese chronische Infektion hat, ist man nicht unbedingt symptomatisch, zumindest am Anfang nicht, aber man kann wieder Hepatitis bekommen.

00:12:57: Also ein Ausbruch einer akuten Hepatitis, wenn man z.B.

00:13:01: viel Alkohol trinkt oder durch Drogenkonsum kann das auch passieren.

00:13:05: Die Schätzungen sind, dass so zweihundertfünfzig bis dreihundert Millionen Leute weltweit chronische Hepatitis-B-Infektionen haben.

00:13:14: Man schätzt auch, dass etwa achthunderttausend Leute pro Jahr an den Folgen dieser chronischen Infektionen sterben, also ein Leber-Zerozi und ein Leberversagen, Leberkrebs.

00:13:25: Und man kann auch annehmen, dass etwa ein Komma fünf Millionen neue, gute Infektionen jedes Jahr dazukommen.

00:13:32: In etwa fünfzig Prozent aller Leberkrebserkrankungen in Europa sind übrigens auf entweder Hepatitis B oder Hepatitis C zurückzuführen.

00:13:42: Hepatitis C kann auch leberkrebsvoll sagen.

00:13:45: Also ein ganz anderes Virus, über das wir uns wahrscheinlich in der Zukunft mal sprechen.

00:13:50: Diese Infektionen sind recht prevalent in Afrika.

00:13:54: Etwa sieben bis acht Prozent der Bevölkerung dort sind infiziert.

00:13:58: Die westpazifische Region, also das schließt jetzt zum Beispiel die Mongolia und China mit ein, aber auch im Prinzip Indonesien und so weiter und so fort, da ist die Prävalenz auch relativ hoch.

00:14:10: In Nordamerika und in Mitteleuropa ist die Prävalenz relativ niedrig.

00:14:14: In Europa ist es aber auch so, dass vor allem Staaten des ehemaligen Ostblocks höhere Infektionsraten haben, als jetzt Westeuropa oder Mitteleuropa.

00:14:24: Wenn man sowas mal hat, kann man natürlich versuchen das zu behandeln.

00:14:28: Es gibt aber Medikamente, die man da verwenden kann.

00:14:31: Antivirale Medikamente wie Tinovovir mit der Polymerase des Virus interagiert und die hemmt.

00:14:38: Das kann funktionieren.

00:14:39: Man kann auch Interferon geben.

00:14:42: Das Problem ist, dass diese Behandlungen relativ viele Nebenwirkungen haben und nicht besonders effizient sind.

00:14:47: Also Hepatitis B, wenn man es mal chronisch hat, ist schon ein ziemliches Problem, das nicht gelöst ist im Prinzip.

00:14:54: Wenn man über Hepatitis B redet, muss man auch über Hepatitis D reden.

00:14:59: Hepatitis D ist wieder ein anderes Virus.

00:15:02: Vielleicht gar kein ganzes Virus, das ist recht interessant.

00:15:06: Das ist ja mein Virus, das zu den Ribotseviree gehört.

00:15:10: Und das ist interessant, weil das kann sich selbst nicht vermehren.

00:15:16: Das braucht ein zweites Virus, um sich vermehren zu können, und zwar das Hepatitis B Virus.

00:15:21: Und sowas nennt man ein Satellitenvirus.

00:15:23: Im Prinzip hat das negativ strengiges RNA genommen, zwar ein Einzelstrang, zirkulär und das kotiert eigentlich nur für zwei Proteine.

00:15:34: und im Prinzip besteht das Virus aus dem Genom und eben zwei Proteine, die das Genom umgeben und eingepackt ist, das dann aber in Viruspartikel von Hepatitis B. Das heißt, es kann nur in Zellen, infektiöse Partikel generieren, die auch mit Hepatitis B infiziert sind.

00:15:55: Also das ist von der von der Molekularbiologie und von der Virologie her sehr interessant.

00:16:00: Das Virus ist aus dem Jahr die Erste mal sequenziert worden.

00:16:07: Heute weiß man, dass es acht unterschiedliche Spezies von Hepatitis-Dewien gibt.

00:16:12: Das Problem hier ist, dass wenn es eine Hepatitis B und Hepatitis D-Infektion gibt, Man nennt das Superinfektion, wenn sich eine Infektion auf die andere draufpflanzt, dann wird die Erkrankung viel schlimmer.

00:16:27: Das heißt, man hat viel öfter, wenn man sich erstmal mit dem infiziert, ein Leber versagen.

00:16:33: Und es geht auch viel schneller, man entwickelt viel schneller Leberzirose und Krebs.

00:16:38: Etwa zwanzig Prozent der Leute, die die chronische Infektion mit Hepatitis B und D haben Sterben dran.

00:16:47: Also das ist schon relativ relativ problematisch.

00:16:50: Und man schätzt so, dass zwischen fünfzehn und fünfzig Millionen Menschen mit dieser Kombination aus Hepatitis B und Hepatitis D weltweit infiziert sind, chronisch.

00:17:03: Das Gute ist, wenn man Schutz gegen Hepatitis B hat, also durch ein Impfung zum Beispiel, dann ist man auch vor Hepatitis D geschützt, weil das Viruspartikel die Hülle von dem Virus ja im Prinzip das Gleiche ist.

00:17:15: Das heißt, wenn man neutralisierende Antikörper gegen Hepatitis B hat, dann neutralisiert man auch Hepatitis D. Das positive oder das gute an Hepatitis B ist, dass es echt gute Impfstoffe gibt.

00:17:27: Das ist eine interessante Geschichte, wie die entwickelt wurden.

00:17:31: Man hat schon am Anfang erkannt, dass Im Prinzip, wenn sich jemand mit Hepatitis B infiziert, dass da im Serum im Blut zwei unterschiedliche Partikel auftauchen.

00:17:42: Einerseits das richtige Virus, wo wir es genommen haben, dann das Kapizid und dann außen die Hülle mit dem Oberflächenantigen.

00:17:51: Und dann zusätzlich noch Viruspartikel, wo das Genom und das Chor, also diese Chorpartikel innen, fehlt.

00:18:00: Das heißt, man hat nur die Libithülle.

00:18:02: und das Oberflächen-Protein.

00:18:04: Aber es ist leer.

00:18:05: Und das nennt man ein Virus ähnliches Partikel.

00:18:08: Das ist natürlich nicht infektiös, weil da ist kein Genom drinnen.

00:18:12: Und das hat auch eine andere Dichte als das infektiöse Virus.

00:18:18: Und man hat dann, in den ersten Jahren, in den ersten Jahren angefangen, einen Impfstoff zu entwickeln, der darauf passiert hat, dass man Blasma von Infizierten genommen hat und diese Lernpartikel rauskreinigt hat und die dann als Impfstoff verwendet hat.

00:18:36: Das wurde entwickelt von Maurice Hillemann, der ist historisch gesehen einer der wichtigsten, wenn ich der wichtigste Impfstoffentwickler und das ist natürlich sehr stark prozessiert worden.

00:18:48: Man hat da natürlich sicherstellen müssen, dass da keine anderen Viren dabei sind, kein infektiöses Hepatitis B-Virus, sondern wirklich nur diese leeren Partikel.

00:18:59: Das hat man gemacht, indem man diese Partikel rausgereinigt hat, im Prinzip aufgelöst hat.

00:19:05: Das kann man z.B.

00:19:06: mit Kautrockenregenzien machen wie Handstoff.

00:19:09: Und wenn man den Handstoff dann entfernt, dann formen sich diese Partikel wieder.

00:19:13: Aber alles andere, was da drinnen war, wurde inaktiviert.

00:19:16: Also das war ein dreistufiges Verfahren, mit dem das gemacht wurde.

00:19:20: Das war recht kompliziert, war aber effizient.

00:19:23: Und der Impfstoff, basierend auf dem Verfahren, ist in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eintrachten in den Eint.

00:19:43: Wenn man der Hefe, die Informationen gibt, wie man dieses Protein herstellt und dieses Protein im Prinzip herstellt, dann formen sich diese Partikel auch.

00:19:54: Und die kann man dann raus reinigen aus den Hefen.

00:19:56: Und da wurde im Prinzip Sacher Mützeszeerevisie verwendet, also ganz normale Bäckerhefe.

00:20:01: dann kann man das als Impfstoff verwenden.

00:20:03: Und das ist natürlich eine kombinante Impfstoff.

00:20:06: Das heißt, der ist nie mit einem Virus mit infektiösem Material in Berührung gekommen.

00:20:11: Das heißt, der ist super sicher.

00:20:13: Und natürlich haben sich da auch Ummengen von Impfstoff herstellen lassen.

00:20:17: Also diese Hefefermentationen, da hat man relativ hohe Ausbeutung, kriegt wirklich sehr viel Material.

00:20:24: Das macht es eigentlich sehr, sehr viel einfacher diesen Impfstoff herzustellen.

00:20:29: Der Impfstoff ist dann aus dem Serum zugelassen und hat dann den alten Impfstoff, der aus dem Serum gewonnen wurde, ersetzt.

00:20:38: Und das ist im Prinzip der gleiche Impfstoff, den wir nach wie vor verwenden für Hepatitis B. Die Grunddimension ist typischerweise drei Impfungen.

00:20:47: Kann sein, dass man später noch Auffrischungsimpfungen braucht.

00:20:50: Und dieser Impfstoff schützt sehr, sehr gut vor Hepatitis B-Infektionen, der hat eine Effektivität von etwa neunzig Prozent.

00:20:59: Drei Mal Impfen sind natürlich viel.

00:21:01: Es gibt mittlerweile auch eine neue Generation von Impfstoff, eine Weite Entwicklung.

00:21:07: Im Prinzip ist das Antigen, also die Viruspartikel, die drinnen sind, die virusähnlichen Partikel, sind die gleichen.

00:21:15: Aber das Atiwand, also der Wirkverstärker, der verändert wird, hat sich verändert.

00:21:22: Und da braucht man dann im Prinzip noch mal zweimal impfen.

00:21:25: Der Neuimpfstoff ist im Jahr zwei Jahrzehnte in den USA zugelassen worden und zwei Jahrzehnte in Europa.

00:21:31: Ja, also, wie gesagt, mit der Impfung kann man das Problem eigentlich ganz gut beheben.

00:21:36: Was auch dazu gesagt werden sollte ist, dass diese Impfung von der WHO für alle Neugebäuerinnen empfohlen wird und zwar innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach der Geburt.

00:21:48: Gerade in Ländern, wo die Infektionsrate mit Hepatitis B sehr hoch ist, macht das ganz, ganz viel Sinn.

00:21:55: Weil es sich auch oft um Länder handelt, wo man vielleicht gar nicht testen kann, wo man nicht weiß, ob die Mutter infiziert ist, chronisch infiziert mit Hepatitis B ist.

00:22:04: Und wenn man das Baby gleich nach der Geburt impft, dann geht sich das noch aus.

00:22:08: Das heißt, das baut noch einen Schutz auf, weil eben die Inkubationszeit so lang ist und so kann es noch im Prinzip... Man kann dadurch noch eine Infektion verhindern.

00:22:16: Im Idealfall wird der Impfstoff innerhalb von zwölf Stunden gegeben als, ich glaube, in Österreich ist die Empfehlung, wenn man hepatitis B-infizierte Mutter hat, dann sollte das Baby innerhalb von zwölf Stunden die erste Dosis des Impfstoffes erhalten.

00:22:29: Ja, und zu dieser Impfung von Babys gab es vor kurzem auch eine ziemlich kontroversen USA, also in in vielen europäischen Ländern ist es so, dass es schon empfohlen ist, dass Bevis geimpft werden.

00:22:43: Aber wenn man weiß, dass die Mutter hepatitis-benegative ist, dann sagt man, dass die Impfung später ein paar Wochen nach der Geburt durchgeführt werden sollte.

00:22:53: Und wie gesagt, in vielen anderen Ländern, global ist es halt so, dass man wirklich alle Kinder impft, alle Bevis impft, und zwar gleich nach der Geburt, weil das Risiko groß ist, dass die Mutter positiv war.

00:23:06: In USA war das bis vor kurzem auch so, also da war die Empfehlung, dass man Babys, alle Babys, gleich nach der Geburtheber, die das beimpft.

00:23:15: Und da gab es im vor kurzem eine heiße Diskussion darüber, und das ist in den USA jetzt nicht mehr empfohlen, da gibt es einen... Gremium ein Komitee, dass die CDC, also die Gesundheitsbehörde, berät und denen Vorschläge macht, wie Impfungen verwendet werden sollen.

00:23:34: Und die sind komplett neu besetzt worden durch die Trump-Regierung.

00:23:38: Und da hat sich immer einiges geändert, da gibt es mittlerweile viel Skepsis gegen Impfungen.

00:23:42: Und ja, die haben halt jetzt die Empfehlung geändert.

00:23:46: Ich glaube praktisch wird sie wahrscheinlich nicht sehr viel ändern, weil das hoffentlich, die Impfung hoffentlich nach wie vor durchgeführt wird.

00:23:54: aber da gab es eine ziemlich heiße Diskussion drum.

00:23:58: Na gut, das war es für heute mit Hepatitis B. Ziemlich problematisches Virus, gerade wenn man chronische Infektion damit hat, vor allem auch dann, wenn es eine Co-Infektion mit Hepatitis D gibt.

00:24:12: Das kann ziemlich schlimme Folgen haben und man kann es eigentlich nicht besonders gut behandeln.

00:24:17: Auf der anderen Seite gibt es aber sehr, sehr gute Impfungen, die Infektionen grundsätzlich mal verhindern.

00:24:22: Ja, das war's für heute bei Virologisch.

00:24:25: Wie immer, wenn's Fragen oder Anregungen gibt, einfach ein E-Mail schreiben an Virologisch.podcastwerkstatt.com.

00:24:32: Danke fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal.

00:24:38: Wenn euch der Podcast gefällt und ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, schaut gerne auf Steady vorbei.

00:24:43: Den Link findet ihr in den Shownotes.

00:24:45: Wir freuen uns auch über eine Bewertung und ein Abo auf der Podcastplattform eurer Wahl.

00:25:09: Podcastwerkstatt.

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