#31 – ME/CFS: Ursachen, Symptome und offene Fragen

Shownotes

In dieser Folge von viroLOGISCH geht es um ME/CFS, die myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise das chronische Fatigue-Syndrom, eine schwere, oft lebensverändernde Erkrankung, die in vielen Fällen nach Infektionen auftritt. Florian Krammer erklärt, wofür die Abkürzung steht, welche Symptome typisch sind – darunter anhaltende Erschöpfung, Muskelschwäche, Schlafstörungen, kognitive Einschränkungen und die sogenannte Post-Exertional Malaise und warum selbst geringe körperliche oder geistige Belastung zu einer massiven Verschlechterung führen kann. Thematisiert werden außerdem die unterschiedlichen Schweregrade der Erkrankung, die schwierige Diagnostik ohne klare Biomarker, die häufige Stigmatisierung der Betroffenen sowie der aktuelle Stand der Forschung zu möglichen Auslösern, biologischen Mechanismen und Behandlungsansätzen, inklusive der engen Verbindung zu Long Covid und postinfektiösen Syndromen.

ME/CFS Übersicht der ME/CFS Research Foundation: https://mecfs-research.org/was-ist-me-cfs/

Übersicht zur deutschen Forschungsförderung für postvirale Syndrome: https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/11/121125-ME-CFS.html?view=renderNewsletterHtml

FWF ME/CFS Grundlagenforschungsförderung: https://www.fwf.ac.at/aktuelles/detail/weme-award-neuer-foerderpreis-fuer-die-me-cfs-grundlagenforschung-in-oesterreich

Information zur Forschung an Long COVID und ME/CFS an der Meduni Wien: https://public-health.meduniwien.ac.at/abteilungen/abteilung-pcm/forschung/forschungsschwerpunkte/long-covid-und-post-covid-syndrom/

Link zum Columbia University ME/CFS Zentrum [Englisch]: https://www.publichealth.columbia.edu/research/centers/center-infection-immunity/research/center-solutions-me-cfs

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Ludwig Boltzmann Institut fuer Wissenschaftskommunikation und Pandemievorsorge https://soap.lbg.ac.at/?lang=de

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Krammer Laboratory at the Icahn School of Medicine at Mount Sinai https://labs.icahn.mssm.edu/krammerlab/

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Interessenskonflikte

Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.

Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).

Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.

Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.

Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.

Transkript anzeigen

00:00:07: Untertitel im Auftrag des ZB.

00:00:07: Gerade wenn man eben keine Biomarker hat, wird das oft abgetan als psychosomatischer oder psychologisches Problem.

00:00:13: Beziehungsweise manchmal heißt er vor euch, die Leute sind faul und sollen sich zusammenreißen.

00:00:17: Und das ist halt natürlich hochproblematisch.

00:00:19: Das ist eine wirkliche Erkrankung.

00:00:21: Und man kann das nicht verbessern, indem man sagt, na ja, das ist einfach nur psychologisch.

00:00:26: Ich ignoriert es.

00:00:27: Also ich glaube, dass das sehr frustrierend ist gerade am Anfang, wenn man diese Symptome hat und versucht, eine Diagnose zu kriegen.

00:00:49: Virologisch.

00:00:51: Mit Florian Kramer.

00:01:02: Hallo zu dieser Episode von Virologisch, die ist aufgenommen worden am ersten Februar, im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.

00:01:27: ME-CFS, haben Sie wahrscheinlich schon das öfteren gelesen in letzter Zeit.

00:01:32: Ich bin kein Fan von solchen Abkürzungen, weil man da oft drüber löst und sich dann denkt, na was ist denn das?

00:01:38: und sich dann eigentlich nicht mehr dafür interessiert.

00:01:40: ME-CFS steht für Meowchik, einzig für Meleides, Schrägstrich Chronic Fatigue Syndrome.

00:01:47: Also myaulgische Encephalomyelitis und chronisches Fatigue-Syndrom.

00:01:52: Was heißt das jetzt?

00:01:53: Myaulgic, myaulgisch, steht für Muskelschmerzen.

00:01:56: Encephalomyelitis, steht für Gehirn- und Rückmachsinzündung.

00:02:00: Und chronisch Fatigue-Syndrom.

00:02:01: Er erklärt sich von selber also chronisches Mülligkeitssyndrom.

00:02:05: Der Name selbst, gerade das ME, also die myaulgische Encephalomyelitis, ist umstritten.

00:02:12: Also für den Namen wird grundsätzlich ein bisschen gestritten.

00:02:15: Aber... Grunde handelt sich sehr bei einer chronischen Erkrankung, die basiert auf Störungen des Nervensystems, Störungen des Immunsystems, Störungen des Energiehaushaltes und der Durchblutung.

00:02:29: Es ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung.

00:02:31: Die meisten Leute, die das bekommen, werden das nicht wieder los.

00:02:35: Das kann wahnsinnig schwere Behinderung sein, die ein normales Leben unmöglich macht.

00:02:40: Und das Problem, und zu dem, wenn man noch kommen ist, ist, dass man eigentlich nicht ganz genau versteht, was hier passiert, wie die Erkrankung ausgelöst wird.

00:02:48: Und man hat eigentlich auch sehr wenige Möglichkeiten, die Erkrankung zu behandeln.

00:02:52: Das ist natürlich sehr problematisch.

00:02:55: Zu sechzig bis achtzig Prozent beginnt die Erkrankung nach einer Infektion, auf der virale Infektion.

00:03:01: Und es gibt ein paar Symptome, die die Erkrankung gut beschreiben.

00:03:06: Einerseits eben, wie der Name Chronic Fatigue Syndrome schon sagt, anhaltende chronische Müdigkeit und zwar zum Grad, der das tägliche Leben stark beeinflusst bzw.

00:03:18: normales Leben unmöglich macht.

00:03:20: Und dazu kommt Muskelschwäche.

00:03:23: und was man post-exertional-malese nennt oder B-E-M-P-I-M, post-exertionale-malese.

00:03:33: Was ist das?

00:03:34: Im Prinzip kann man sich das so vorstellen, wenn man sich anstrengen muss, wenn man was machen muss.

00:03:39: Das kann was wirklich anstrengendes sein, kann aber bei schweren Verläufen auch so sein, dass man einfach nur, weil es ja nicht aufsteht und was macht, kann es dann zwölf bis achtundvierzig Stunden nach dieser Aktivität zu einer sehr starken Verschlimmerung der Symptome kommen.

00:03:55: Wir reden da vor allem von Ermüdigkeit, aber auch Muskelschwäche, also Muskelschwäche ist ein sehr großes Problem hier.

00:04:02: Und das kann sehr lang dauern, bis sich das dann wieder normalisiert.

00:04:06: Das heißt immer, wenn man was macht, wenn man Aktivität hat, wird das nachher viel schlimmer.

00:04:12: Und das ist eben diese Bostics Urginal Malleus oder PEM.

00:04:16: Was da auch noch zu dem Symptomen dazu kommt, sind Schlafstörungen.

00:04:19: Die können auch sehr problematisch sein.

00:04:21: Oft ist es so, dass man zwar schon schläft, aber dann aufhaut und nach wie vor müde ist, sich nach wie vor erschöpft fühlt.

00:04:27: Es kann aber sein, dass man einfach nicht mehr durchschlafen kann, dass man dann fragmentierten Schlaf hat, dass man teilweise am Tag schläft, aber dann die Nacht nicht durchschlafen kann.

00:04:36: Und das hat sich auch gezeigt, dass da in vielen Fällen es nicht mehr zu einer Remphase kommt.

00:04:40: Weiteres Symptom ist Störung der geistigen Leistungsfähigkeit.

00:04:45: Wir kennen das auch unter der Beschreibung Brain Fog.

00:04:48: und da es oft Direktionszeit beeinflusst, die lese Geschwindigkeit, die Leute können sich nicht mehr konzentrieren und die Aufmerksamkeit, Spanne ist kurz bzw.

00:04:57: man kann Dinge nicht mehr aufmerksam beobachten.

00:05:00: Was auch oft noch dazukommt sind Schmerzen und grundsätzlich erhöhere Schmerzempfindlichkeit, Reizempfindlichkeit, gerade bei schweren Fällen kann das problematisch sein.

00:05:10: und auch was, was man orthostatische Intoleranz nennt, das heißt, wenn man liegt, Alles ganz okay ist, aber wenn man sich aufsetzt oder wenn man steht, kommt es zu Schwindel zum Beispiel, zu Dissiness und das ist natürlich auch problematisch.

00:05:25: Wie gesagt, diese Schmerzen und höhere Schmerzempfindlichkeit, da reden wir auch oft von chronischen Schmerzen.

00:05:31: Grundsätzlich kann man das ME-CFS einteilen in milde Fälle, moderate Fälle, schwere Fälle und sehr schwere Fälle.

00:05:38: Was ich so gelesen habe, ist die Aufteilung in etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf etwa auf.

00:05:52: Eva, das kommt wirklich auf die Studie, die das klassifiziert darauf haben.

00:05:56: Da gibt es Unterschiede.

00:05:57: Wenn man das mild hat, gibt es schon eine starke Beeinträchtigung, aber Leute, die einen milden Verlauf haben, können meistens noch arbeiten und für sich selbst sorgen.

00:06:06: Bei moderaten Verläufen kommt es schon zu einer starken Beeinträchtigung des täglichen Lebens, da ist Arbeit oft nicht mehr möglich, bei schweren Verläufen.

00:06:16: sind die Leute meistens an die Wohnung gebunden, können die Wohnung nicht mehr verlassen, brauchen Hilfe im täglichen Leben und können vielleicht schon noch so Sachen wie Zähne putzen selber machen, aber zum Beispiel nicht mehr kochen.

00:06:29: Und bei sehr schweren Verläufen sind die Leute auch wirklich betlägerig und da kommt so oft auch zu Hypersensitivität.

00:06:37: Man setzt zum Beispiel alle möglichen Stimulus betrifft wie Licht oder Lärm und sowas kann dann Symptome auslösen.

00:06:45: Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass sich der Schwere grad verändern kann.

00:06:48: Es kann sich verbessern, kann schwerer werden und oft kommt man diese Symptome auch in Wädeln.

00:06:54: Also es fluktuiert, es ist manchmal besser, es ist manchmal schlimmer.

00:06:58: Grundsätzlich dauert es oft lang, bis der Erkrankung, die irgendwie ausdiensiert wird, das hat einige Gründe.

00:07:04: Einer der Gründe ist, dass es keine Biomarker gibt.

00:07:08: Es wird nach klinischen Kriterien diagnostiziert.

00:07:11: Da gibt es einige Definitionen.

00:07:13: Da gibt es die NICE oder NICE Definitionen.

00:07:17: Dann gibt es eine Definition vom Institute of Medicine in den USA.

00:07:21: Dann gibt es dann die International Consensus Criteria, die Canadian Consensus Criteria und dann die CDC Kriterien, die man auch Fukuda Kriterien nennt.

00:07:31: Die sind alle ein bisschen anders, aber die meisten davon inkludieren eben diese chronische Müdigkeit, Funktionsbeeinträchtigung, diese Bostick Surginal Malleys und Schlafprobleme.

00:07:43: Eines der großen Probleme bei der Diagnose ist, dass sich Patienten oft melden, mit dem Arzt reden und das nicht ernst genommen wird.

00:07:51: Es wird manchmal oft, gerade wenn man keinen biologischen Grund findet, wenn man eben keine Biomarker hat, wird das oft abgedan als psychosomatischer, der psychologisches Problem.

00:08:02: Beziehungsweise manchmal heißt er für euch, die Leute sind faul und sollen sich zusammenreißen.

00:08:07: Und das ist halt natürlich hochproblematisch.

00:08:09: Das ist eine wirkliche Erkrankung.

00:08:11: Und man kann das nicht verbessern, indem man sagt, naja, das ist einfach nur psychologisch.

00:08:17: Ich ignoriert es.

00:08:18: Also ich glaube, dass das sehr frustrierend ist gerade am Anfang, wenn man diese Symptome hat und versucht, eine Diagnose zu kriegen.

00:08:25: Was man auch erwähnen sollte ist, dass die Leute die ME-CFS haben keine höhere Sterblichkeit haben, also die Lebensspanne ist eigentlich normal, aber es ist so, aufgrund der Symptome und vielleicht auch der Frustration, kommt es zu einer höheren Selbstmatrate, was natürlich sehr traurig ist.

00:08:43: Wie gesagt, es gibt da oft wirklicher Stigmatisierung, dauert lang bis zur Diagnose.

00:08:48: Und das wird dem oft gesagt, naja, das ist psychosomatisch, die Leute sollen nicht faul sein.

00:08:52: Und ich glaube, da geht es auch darum, dass das Ärzte, die es mit so was konfrontiert sind, wirklicher Wissen darüber haben und die Ausbildung dazu haben.

00:09:00: Was kann man machen gegen die Erkrankung?

00:09:02: eigentlich nicht viel, leider.

00:09:04: Da geht es vor allem um Management der Symptome, also versuchen die Schlafprobleme zu lösen, wenn die Leute schlafen können.

00:09:12: und dann auch im Prinzip nach dem es gut geschlafen haben, wieder ein bisschen ausgeruhter sind, das verbessert die Symptome.

00:09:19: Die Schmerzen kann man natürlich behandeln und grundsätzlich kann sich die Symptomatik natürlich verbessern mit Behandlung der Schmerzen, mit Behandlung der Schlafprobleme.

00:09:30: Das muss aber nicht sein, es kann durchaus sein, das ist nicht verbessert.

00:09:35: Was Medikamente betrifft, schaut es eigentlich nicht besonders gut aus.

00:09:38: Es gibt natürlich klinische Studien mit unterschiedlichen Medikamenten.

00:09:42: Das meiste hat nicht funktioniert.

00:09:44: Ein Medikament ist in Argentinien zugelausen.

00:09:47: Ich glaube, das nennt sich ja Rindertollimod.

00:09:49: Das ist im Prinzip ein auf Nukleotiden basierendes Medikament, das die angeborene Immunität stimuliert.

00:09:58: Da hat man gesehen in klinischen Studien, dass das funktionieren kann, aber im Prinzip sobald man es absetzt.

00:10:03: Ja, die Wirkung wieder komplett verloren geht.

00:10:05: Also es ist nicht besonders klar, ob das wirklich hilft und das wahrscheinlich der Grund, warum es nur in Argentinien zugelassen ist.

00:10:13: Worüber auch wir auch sprechen sollten ist, wie häufig diese Erkrankung auftritt und die ist gar nicht so selten.

00:10:19: Also man nimmt zwar an, dass zwischen zwei und neun Fälle bei tausend Leuten auftreten.

00:10:26: Also es ist relativ häufig.

00:10:27: Der Basist der Red Hot Chili Peppers hat das übrigens auch.

00:10:30: Aber es kommt ein bisschen auf die Kriterien drauf an.

00:10:32: Manche der Kriterien, die aufgestellt worden sind, wie diese Kriterien, nehmen mehr Fälle mit rein.

00:10:40: Andere Kriterien sind ein bisschen restriktiver und dann ist die Rate natürlich geringer.

00:10:46: Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, dass etwa fünfzehn bis fünfzig Prozent der Long-Covid-Patienten in die Klassifizierung von ME-CFS fallen.

00:10:57: Was auch wichtig ist, Frauen haben um einiges höhere höheres Risiko als Männer an ME-CFS zu erkranken.

00:11:05: Und es ist auch interessant, wenn man sich anschaut, wann diese Erkrankungen beginnen.

00:11:09: Und da gibt es zwei Peaks über die alter Stufen hinweg.

00:11:13: Viele Erkrankungen beginnen im Alter von zehn bis neun Jahren.

00:11:17: Und dann wieder von dreißig bis neun und dreißig.

00:11:20: Und das ist natürlich auch ziemlich interessant.

00:11:22: Was auslöserte Infektion betrifft, habe ich schon gesagt, bei vielen Fällen kommt zu einer Infektion und dann kommt zu diesen Symptomen.

00:11:30: Das sieht man bei vielen unterschiedlichen Infektionen.

00:11:33: Epstein-Bavirus ist hier ein Kandidat.

00:11:36: Das humane Herpes-Virus-Sex ist ein Kandidat.

00:11:39: Man hat gesehen, dass Influencer A, so echte Grippe, das auslösen kann.

00:11:44: Man hat es bei SARS-Corona-Virus-I beobachtet.

00:11:47: Also das war das Virus, das in den Ausbruch in China und dann auch in anderen Ländern verursacht hat.

00:11:55: Wir sehen es bei SARS-CoV-Virus II.

00:11:58: Zoster, also Varicella zoster, kann das auslösen Schafblattern im Prinzip.

00:12:03: Enthorovieren sind ein weiterer Kandidat dafür, aber auch bakterielle Erreger wie Prozelliosi oder Q-Fieber sind damit assoziiert.

00:12:11: Also es sind nicht nur virale Erreger, die das auslösen können.

00:12:15: Es kann auch durch Schimmelbilze ausgelöst werden und es muss nicht immer eine Infektion sein.

00:12:22: Also Stress kann es auch auslösen, ein Trauma kann es auslösen und es gibt auch eine Assoziation mit Schwangerschaft und Geburten.

00:12:29: Aber wie gesagt, beim Großteil der Fälle beginnen die Symptome, wenn es zu einer viralen Infektion kommt.

00:12:36: Das Problem ist auch, dass der Mechanismus hinter der Erkrankung unklar ist.

00:12:41: Einerseits gibt es die Hypothese, dass vielleicht diese Ereger, diese viralen Infektionen persistieren und das auslösen.

00:12:49: Andererseits kann es auch sein, dass eine Infektion eine Autoimmunität auslöst gegen spezielle Proteine und das dann dazu führt, dass man Symptome bekommt.

00:12:59: Man nimmt auch an, dass genetische Faktoren mitspielen.

00:13:03: bis ja kein spezielles Gein dafür identifiziert hat, aber ein paar Gensignaturen gefunden hat, hat die möglicherweise Rolle spielen.

00:13:13: Und man hat beobachtet, aber wie gesagt auch nicht bei allen Patienten, dass es zu Veränderungen im Gehirn und im Hirnstamm kommt.

00:13:20: Auf der immunologischen Seite sieht man, dass es oft weniger Funktionalität von D-Zellen und natürlichen Killerzellen gibt.

00:13:29: Und man hat auch Autoantikörper gegen bestimmte Rezeptoren.

00:13:33: auf menschlichen Zellen beobachtet.

00:13:35: Aber wie gesagt, da gibt es keine wirklich Smoking Gun, also wo man sagen würde, na das ist es.

00:13:40: Und das ist auch ein bisschen das Problem mit den Behandlungen.

00:13:43: Wenn man den Mechanismus nicht genau kennt, dann ist es echt schwierig, Medikamente herzustellen, die wirklich helfen und die das abstellen, weil es eben nicht klar ist, was man genau machen muss.

00:13:55: Ich wollte noch ein bisschen was zur Geschichte von ME-CFS sagen.

00:13:59: Also, vielen von uns glaube ich, ist das erst in den letzten Jahren bewusst worden durch die Medien, dass es die Erkrankung gibt und ich glaube auch durch Long Covid wird das jetzt eher diskutiert, aber die Erkrankung an sich ist schon recht lang bekannt bzw.

00:14:17: beschrieben.

00:14:18: March im Jahrhundert, ähnliche Erkrankungen, ähnliche Symptome beschrieben.

00:14:23: Als Neuroastinier, da war ihm eben einster der Hauptsymptome Nerven- und Muskelschweiche.

00:14:30: In den neunzehnten Dreißiger ist das aufgetreten, fast als Epidemie in Los Angeles, aber auch in Wisconsin und in der Schweiz.

00:14:38: Und man hat das damals Artypische Polymyelitis genannt, weil es polioähnlich ist in gewisser Weise Nerven- und Muskelschweiche.

00:14:47: Also das macht schon Sinn, dass man das so nennt.

00:14:50: Und das ist eben in den neunzehnten Dreißigerjahren als Artypische Polymyelitis beschrieben worden.

00:14:56: In den neunzehn-vierziger Jahren Ende der neunzehn-vierziger Jahre gab es dann eine Erkrankung in Island, die im Prinzip auch die gleichen Symptome hatte.

00:15:06: Die nannte man Akuriri-Erkrankung, weil die im Akuriri in Island ausgebrochen ist.

00:15:12: Das waren etwa fünfhundert Fälle, die dort beschrieben worden sind.

00:15:15: Zwischen neunzehn-vierzig und neunzehn-einundfünfzig sind auch in Australien etwa achthundert Fälle beschrieben.

00:15:22: Und es ist interessant, dass das auch so epit- wie eine Epidemie auftritt und das deutet halt auch eben auf virale Infektionen hin, weil eben Ausbrüche von viralen Infektionen das getriggert haben könnten.

00:15:34: In nineteenfünfundfünfzig kam es dann im Royal Free Hospital zu einer Beschreibung dieser Erkrankung als Mialgic Encephalomyelitis und die haben das damals benyme Mialgic Encephalomyelitis genannt.

00:15:51: Also, im Prinzip gutartige Mialchik, Encephalomialitis.

00:15:55: Die haben das deshalb so genannt, weil das im Gegensatz zu anderen Ausprägungsarten nicht zum Tod geführt hat.

00:16:02: Das hat nicht heißen sollen, dass das gutartig in dem Sinn ist, dass es kein Problem darstellt.

00:16:09: Und man hat eben dieses Benein aus dem Namen dann rausgenommen, weil das im Prinzip irreführend war.

00:16:15: In den neunzehntzigern, neunzehntsiebziger Jahren haben Psychologen das eher als Massenhistorie und als Erkrankung mit psychologischen Ursachen beschrieben, vielleicht psychosomatisch.

00:16:27: Und das ist vielleicht auch eines der Probleme, dass wir eben jetzt haben, dass es wirklich zu einer Stigmatisierung der Patienten kommt.

00:16:33: Da gab es zwar einen Buschbeck von Wissenschaftern, die an der Erkrankung gearbeitet haben und gesagt haben, naja, das stimmt aber nicht, das ist schon biologisch, aber es gab eben in den Sechzigern und Siebzigern oft die Diskussion darüber, ob das nicht.

00:16:46: psychosomatisch ist.

00:16:47: In den neunzehn-achtziger Jahren gab es dann einen Ausbruch in Lake Tahoe, wo das das erste Mal als Chronic Fatigue Syndrome beschrieben worden ist.

00:16:55: Man hat dort damals angenommen, dass es vom Epstein-Bauer-Virus verursacht wurde.

00:16:59: In dem Fall war das aber nicht der Fall.

00:17:01: Und in den neunzehnzechsunddachzig gab es dann das erste Mal diagnostische Kriterien für die Erkrankung.

00:17:09: Die sind vom Melvin Ramsey aufgestellt worden.

00:17:12: Ja.

00:17:13: In den Neunzigern hat man dann gedacht, man hat den Auslöser gefunden.

00:17:17: Da gab es ein Paper vom Hilary Koprowsky, das ist ein recht bekannter Virologe, der eine virale Ursache gehabt hat, gefunden zu haben.

00:17:31: haben die Dummers publiziert, dass sie DNA von einem humanen Retrovirus, und zwar einem Virus, der HTLV-II ähnelt, ist einer dieser humanen Retroviren.

00:17:44: dass die das gefunden hätten und dass das assoziiert ist mit ME-CFS.

00:17:49: Aber es hat sich dann herausgestellt, dass das nicht gestimmt hat und dass die Experimente nicht wiederholt werden konnten.

00:17:56: Also, aber man hat eben versucht rauszufinden, was das ist.

00:17:59: In dem Fall war das leider irreführend.

00:18:01: In den vergangenen Jahren hat die amerikanische CDC eine erste Kampagne gestartet, um mehr Aufmerksamkeit für ME-CFS zu schaffen und auch für Forschung daran.

00:18:13: damit man eben im Prinzip rausfindet, was die Ursache ist.

00:18:17: Zwei Tausend Neun ist dann ein weiteres Paper rausgekommen, das versucht hat, im Prinzip die Ursache zu finden.

00:18:24: Und die haben das mit einem anderen Retrovirus gelinkt, und zwar XMRV, Xenotropic Muranelokemia Virus, hat sich dann aber leider auch ausgestellt, dass das irreführend war, dass das die Experimente nicht wiederholt werden konnten und dass das nicht wirklich der Grund dafür war.

00:18:43: Es haben viele Leute versucht, aber es ist anscheinend nicht so einfach, die Erkrankungen einer Ursache festzumachen.

00:18:49: Mittlerweile gibt es wieder, glaube ich, durch Covid-IX und Long Covid mehr Awareness, mehr Aufmerksamkeit für MECFS, was ich sehr wichtig finde.

00:19:01: Es läuft gerade Studie in Großbritannien, die nennt sich die Code ME.

00:19:06: Da geht es darum, genetische Faktoren zu finden.

00:19:09: Das ist eine recht große Studie.

00:19:11: An der Columbia University in New York gibt es das Center for Solutions for MScFS.

00:19:16: Die forschen auch im Prinzip mit einem starken Fokus auf den Ursachen für MScFS.

00:19:22: Das Problem ist, dass denen durch die Trump-Regierung relativ viel Forschungsförderung gestrichen wurde.

00:19:28: Ich glaube, es sind teilweise die... die gestrichene Forschungsförderung wieder zurückbekommen.

00:19:33: Aber das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, das war anfangs, Das beinhaltet eben auch Forschung an ME-CFS.

00:20:01: Also es hat sich als extrem schwierig erwiesen hier rauszufinden, was die konkrete Ursache ist.

00:20:08: Also ich glaube man kann schon sagen, dass die Erkrankung von Großteils von viralen Infektionen getriggert wird, aber man versteht den Mechanismus nicht und das ist wie gesagt das große Problem, wenn man den Mechanismus nicht versteht, ist es schwierig Medikamente zu entwickeln bzw.

00:20:25: möglicherweise Impfungen zu entwickeln, um diese Erkrankungen zu verhindern.

00:20:29: Es ist eine sehr wichtige Erkrankung, die gar nicht mal so selten ist, die zu schweren Behinderungen führt.

00:20:37: Die wirklich höchst problematisch sind für die Betroffenen und es ist gut, dass da jetzt mehr Aufmerksamkeit gibt und mehr in die Forschung gesteckt wird.

00:20:46: Ja, und die Hoffnung ist, dass man in den nächsten paar Jahren wirklich die biologische Basis für die Erkrankung findet und dann eben gezielt Medikamente und Therapien entwickeln kann.

00:20:57: Das war es für heute bei Virologisch.

00:21:00: Wie immer, wenn es Fragen oder Anregungen gibt, vor keinem E-Mail schicken an Virologisch-Edbock-Hast-Werkstatt.

00:21:07: Danke fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal.

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