#30 – Marburg-Virus: Hochgefährlich, aber kaum verbreitet

Shownotes

In dieser Folge von viroLOGISCH geht es um das Marburg-Virus, einen hochgefährlichen Erreger aus der Familie der Filoviren und einen nahen Verwandten des Ebola-Virus. Florian Krammer erklärt, wie das Virus übertragen wird, welche Symptome es verursacht und warum es trotz seiner hohen Sterblichkeit kein realistisches Pandemievirus ist. Außerdem wird eingeordnet, warum Marburg vor allem in bestimmten Regionen Afrikas auftritt und weshalb es bislang weder zugelassene Impfstoffe noch spezifische Therapien gibt.

Washington Post Artikel zu Fledermaushöhlen und Marburgvirus in Uganda [Englisch]: https://www.washingtonpost.com/news/national/wp/2018/12/13/feature/these-bats-carry-the-lethal-marburg-virus-and-scientists-are-tracking-them-to-try-to-stop-its-spread/

Artikel zu US Touristin die sich in Uganda mit Marburg Virus infiziert hat [Englisch]: https://www.cidrap.umn.edu/ebola/american-traveler-survived-marburg-fever-cdc-says

Nature Artikel über Tiere die Marburg Virus infizierte Fledermäuse fressen [Englisch]: https://www.nature.com/articles/d44148-025-00221-2

Marburg Information der AGES: https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/marburgvirus

Video von Schlangen und Fledermäusen in einer Höhle in Uganda: https://www.youtube.com/watch?v=iw_sHKXtBZs

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Ludwig Boltzmann Institut fuer Wissenschaftskommunikation und Pandemievorsorge https://soap.lbg.ac.at/?lang=de

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Interessenskonflikte

Die Icahn School of Medicine at Mount Sinai hat Patentanträge für SARS-CoV-2 serologische Tests, Newcastle Disease Virus-basierende COVID-19 Impfstoffe und Influenza Impfstoffe und Therapien gestellt, die mich als Miterfinder anführen. Diese Patente gehören der Icahn School of Medicine at Mount Sinai aber Teile der Lizenzgebühren weden auch an die Erfinder ausbezahlt. Die Patente für den COVID-19 Impfstoff wurde an CastleVax auslizensiert, wo ich Mitbegründer und Scientific Advisory Board Member bin.

Ich habe in der Vergangenheit Merck, Pfizer, Seqirus, GSK, Sanofi, Gritstone und Curevac als Consultant beraten und ich berate momentan die Firmen Avimex (Mexiko), Third Rock Ventures (USA), NovaBioma (Österreich) und BesparkBio (Österreich).

Mein Labor in New York hat in der Vegangenheit mit GSK, Pfizer und VIR zusammengearbeitet und arbeitet zur Zeit mit den Firmen Dynavax und Inimmune zusammen. Rein wissenschafltiche Kollaborationen gibt es momentan auch mit Moderna und Sanofi.

Meine Arbeit in den USA an Immunität und Infektionskrankheiten wird vor allem von den US National Institutes of Health, aber auch von Flu Labs und Tito's Handmade Vodka gefördert. In der Vergangenheit erhielten wir auch Forschungsförderung von der Bill und Melinda Gates Foundation, PATH und dem US Department of Defense.

Unsere Forschung in Österreich wird von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und dem Iganz Semmelweis Institut durch die Medizinische Universität Wien unterstützt.

Transkript anzeigen

00:00:06: Wenn man in Gebieten unterwegs ist, wo man damit in Berührung kommen könnte, ist das problematisch.

00:00:12: Wenn man mal infiziert ist, ist das sehr problematisch.

00:00:15: Die Wahrscheinlichkeit, dass man dran stirbt, wenn man sich damit infiziert hat, ist höher als fünfzig Prozent.

00:00:33: Virologisch mit Florian Krammer.

00:00:46: Hallo und willkommen zu dieser Episode von Virologisch.

00:00:49: Die ist aufgenommen worden am vierundzwanzigsten Jänner, zwanzig in Wien.

00:00:54: Und heute geht es ums Marburg-Virus, das das Marburg-Fieber auslöst.

00:00:58: Sehr schwere Erkrankung, die ein hemorragisches Fieber ist.

00:01:02: Also ein Fieber, das mit Blutungen einhergeht, so ähnlich wie Ebola.

00:01:07: Das Marburg-Virus gehört zur Familie der Philovirn.

00:01:11: Also es ist recht nah mit Ebola verwandt.

00:01:14: aber auch mit dem europäischen Quavo-Virus.

00:01:17: Und zum Genus Marburg-Virus können zwei Mitglieder, die sich sehr, sehr ähnlich sind.

00:01:25: Von der Erkrankung her eigentlich sind die fast gleich oder sind die gleich.

00:01:30: Genetisch sind es ein bisschen anders und eines ist mehr verbreitet als das andere.

00:01:35: So ein Virus ist wirklich das Marburg Virus und das andere Virus ist das Raven Virus.

00:01:40: Beide sind als Biosafety Level IV, also Biosicherheitsstufe IV, eingestuft.

00:01:46: Das heißt, man kann mit denen wirklich nur in Hochsicherheitslabors arbeiten.

00:01:51: In Deutschland gibt es ein paar Einrichtungen, die damit arbeiten können.

00:01:54: In Österreich gibt es momentan keine.

00:01:56: Ja, was ist das für ein Virus?

00:01:58: Das Virus hat ein negativ strengiges RNA genommen.

00:02:01: Das ist ein einzelner Genomstrang, also nicht wie bei Influencer-Segmente, sondern wirklich nur einstrang.

00:02:09: Wenn wir uns das Viruspartikel anschauen, dann haben wir eben innen drinnen das Genom.

00:02:13: Das ist von Nukleoprotein geschützt und assoziiert mit der viralen Polymerase und dann zwei zusätzlichen Proteinen.

00:02:34: und dann gibt es eine Lipidschicht, also eine Lipidhülle und in der Lipidhülle sitzt ein Spike-Protein und das nennt sich in dem Fall Glycoprotein oder GBGB.

00:02:49: Das Interessant an diesen Viren ist, wie der Name schon sagt, vieler Viren.

00:02:52: Die sind filamentös, also die sind länglich.

00:02:55: Sie sind fast so aus wie ein Regenwurm eigentlich und dem so Achtzig Nanometer Durchmesser und sind nicht in etwa Achthundert Nanometer lang.

00:03:05: Damit sind sie ein bisschen kürzer als Ebola-Viren, aber im Prinzip doch recht ähnlich.

00:03:10: Und wenn man die unter dem Elektronomikroskop anschaut, ist es oft so, dass die entweder so eine U-Form haben, also dieser Regenwurm.

00:03:18: macht so eine U-Form oder aber die Form von einem Sechser.

00:03:23: Also im Prinzip am Ende so eingeringelt.

00:03:26: Das Virus hat auch eine interessante Art und Weise, wie es in Zellen reinkommt, ein bisschen anders als andere Viren, ähnlich wie Ebola.

00:03:34: Und zwar bockt das mal an die Zell-Oberfläche an und die Zelle nimmt das dann über ein Endosom auf.

00:03:42: Also ein Endosom ist so ein kleines Bläschen, das im Pfonderzell-Oberfläche Also eine Entbuchtung von der Zelloberfläche, die in die Zelle reingesorgt wird.

00:03:50: Das heißt, alles was im Endosum drinnen ist, ist eigentlich noch nicht direkt im Zellblasmar in der Zelle.

00:03:56: Und wenn das Virus in diesem Endosom drinnen ist, da gibt es Proteasen, also so Protein-Scheren, die fangen dann an dieses Glycoprotein, dieses Spike, etwas aufzulösen, etwas zu zerschneiden.

00:04:07: Und wenn das entsprechend abgebaut ist, dann kann das Glycoprotein erst an einen richtigen Rezept verbinden, der mit diesen Endosommern vorkommt.

00:04:15: Und das ist Protein, das nennt sich niemand, Big C-Eins.

00:04:18: Dadurch durch die Bindung an diesen Rezeptor kommt es dann zur Fusion zwischen der viralen Membran und der endosomalen Membran und dadurch kann dann das Virus Genom aus diesem Endosom raus und ins Zytoplasma, also direkt in die Zelle rein und dann fängt eigentlich erst der Replikationszyklus an.

00:04:37: Also wie steckt man sich mit dem Virus an?

00:04:40: Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten.

00:04:42: Die Wahrscheinlichere ist über Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen.

00:04:51: Einerseits sind da Fledermäuse ein Problem und zwar speziell Nilflughunde, zu denen werden wir noch kommen.

00:04:59: Das ist eine relativ große Fruchtfledermaus, also eine Fledermaus, die sich von Früchten ernährt, die in Afrika vorkommt.

00:05:06: Andererseits kann man sich auch bei Affen anstecken und über den Konsum von Buschmiet, also das ist ein so prinzipundefinierter und definiertes Fleisch, das man eben von allen möglichen Tieren, die man im Dschungel erwischt, dann weiterverarbeitet und da kann man sich eben auch anstecken.

00:05:23: Teilweise eben auch Fledermäuse und Affen dabei.

00:05:26: Die zweite Möglichkeit ist, dass man sich über infizierte oder von infizierten Menschen ansteigt.

00:05:32: Das ist bei Marburg seltener der Fall als bei Ebola zum Beispiel.

00:05:37: Hier braucht es direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut zum Beispiel, aber auch Kontakt mit Exkrementen von Infizierten kann problematisch sein.

00:05:47: Das kann zu einer Weitergabe über die Muttermilch kommen oder auch über Sperma.

00:05:52: Und das Interessante hier ist, dass sich das Virus, wie das auch Ebola macht, auch in gewissen Teilen des Körpers halten kann, nachdem er schon wieder gesund ist.

00:06:02: und zwar zum Beispiel in Teilen des Auges oder eben auch in den Hoden.

00:06:07: Das hat man bei Ebola vor allem beobachtet, dass Leute, die wieder gesundert sind, diese Filovierden dann aber zum Beispiel über Sex weitergeben können, weil sich das Virus eben in den Hoden gehalten hat und dann über Speer mal weitergegeben wird.

00:06:19: Und das ist ein recht problematischer Übertragungsweg.

00:06:23: Ich glaube bei Marburg hat man das noch nicht wirklich so beobachten können, aber man kann eben das Virus in Spärmer von Leuten finden, von Männern finden, die die Infektion hatten und dann wieder gesundert sind.

00:06:34: Die ersten Zellen, die das Virus im Körper infiziert, sind Zellen des angeborenen Immunsystems, z.B.

00:06:40: Makrophagen, Monozyten und den Drittischen Zellen.

00:06:43: Und das ist ziemlich fies, weil das sind eigentlich die Zellen, die für die erste Abwehr verantwortlich wären.

00:06:48: Und das sind auch Zellen, die recht mobil sind und im Körper unterwegs sind und dann natürlich das Virus im ganzen Körper herum tragen.

00:06:56: später werden dann auch alle möglichen anderen Zellarten infiziert, aber das sind mal die ersten, die es erwischt.

00:07:02: Die Inkubationszeit ist etwa zwei bis einundzwanzig Tage, aber im Normalfall so fünf bis neun Tage und die Erkrankung kommt dann im Prinzip.

00:07:11: drei Phasen.

00:07:13: Man hat mal vom Tag eins, wenn die Symptome auftreten, bis Tag fünf, die erste Phase.

00:07:19: Hier kommt es oft zu Humpfieber, Kopfweh, Schüttelfrost, grundsätzlich Müdigkeit.

00:07:25: Es ist einem schlecht, es kann zu Erbrechen kommen, zu Durchfall, auch zum Ausschlag, Bauchschmerzen.

00:07:32: Es kann auch zur Augenentzündung, also zu einer Konjunktivitis kommen.

00:07:36: Man fühlt sich im Grundsätzlich schlecht.

00:07:39: Dann kommt es zu einer zweiten Phase, das ist so zwischen Tag fünf und Tag treizehn in etwa, wo es wirklich zu diesen Blutungserscheinungen kommt.

00:07:46: Einerseits kann es eben zu blutigen Durchfall kommen, andererseits kann es zu Blutungen von allen möglichen Schleimhalten kommen, also im Mund zum Beispiel, Augen.

00:07:55: Es kann zu blutigen Erbrechen kommen.

00:07:58: Da gibt es aber noch andere Möglichkeiten.

00:08:00: Es kann zur Himmatombildung kommen, also zu Blutungen unter der Haut im Prinzip.

00:08:05: Es kann zur Encephalia, also zu einer Gehirnenzündung, kommen.

00:08:08: Was man oft auch sieht, ist, dass Oedäme wirklich wassehenden Füßen und das Leute sehr schwer atmen können.

00:08:16: Und dann gibt es die letzte Phase, das ist etwa von Tag, dreizehn bis Tag, einundzwanzig.

00:08:22: Und da entscheidet sie es eigentlich, ob man die Infektion überlebt oder nicht.

00:08:26: Also die Leute, die das überleben, haben am meisten so eine Phase, wo es schon ein bisschen besser wird, den Muskelschmerzen, das Virus greift die Leber stark an.

00:08:34: Es kommt meistens so eine Hepatitis, also eine Erlebeentzündung.

00:08:38: Und das kann auch wirklich zu Psychosen kommen, weil ihm das Gehirn involviert ist.

00:08:42: Aber wenn man dieses Symptome kommt, bekommt, ist man meistens schon wieder bis auf den Weg der Besserung.

00:08:49: Bei Fällen, die mit dem Tod enden, kommt es meistens relativ schnell, dann werden derzeit zu Schock, Chroma, Multiplinorganversagen und dann eben zum Tod.

00:09:00: Die Mortalitätsrate liegt irgendwo zwischen zwanzig und hundert Prozent.

00:09:04: Das kommt auf einen Ausbruch drauf an.

00:09:06: Aber im Durchschnitt sind es etwa sechzig Prozent.

00:09:09: Also das ist schon sehr tödlich.

00:09:10: Und wie gesagt, ich habe das vorher auch angesprochen, man nennt das hemorragisches Fieber.

00:09:14: Bei Ebola nennt man es auch so und bei unterschiedlichsten anderen Viren, weil es eben zu Blutungen und zu Fieber kommt.

00:09:20: Ja, bis ich was zur Geschichte... Das Marburg-Virus ist nach Marburg benannt, in dem Fall handelt sich es Marburg an der Lahn in Hessen in Deutschland, nicht um Marburg an der Trau in Slowenien, also Maribor, aber nicht um Marburg in Südafrika, und dann nicht Marburg in Queensland, sondern wirklich Marburg in Hessen.

00:09:42: Und da kam es in nineteen Sechzig zum interessanten Ausbruch.

00:09:45: Im Endeffekt gab es Fälle in Marburg, in Frankfurt und in Belgrad.

00:09:51: Alles in allem.

00:09:52: Zweiunddreißig Fälle.

00:09:53: Sieben Todesfälle.

00:09:54: Ich glaube, fünfter Todesfälle waren in Marburg, zwei in Frankreich.

00:09:59: Ich glaube, fünfter Todesfälle waren in Marburg und zwei in Frankfurt.

00:10:03: Und es ist natürlich interessant, weil dieses Virus kommt eigentlich in Fledermäusen in Afrika vor.

00:10:11: Warum gab es jetzt diesen Ausbruch in Marburg?

00:10:14: Man hat das natürlich untersucht.

00:10:16: Da gab es ein Team von der Universität Marburg und das Bernhard-Nord-Institut in Hamburg war da auch beteiligt.

00:10:23: Die haben im Prinzip untersucht, um was es sich hier handelt, haben das Virus isoliert.

00:10:28: Und man muss auch erwähnen, dass die Anna Gilgitsch in Belgrad, die war glaube ich am Torlak-Institut, zeitgleich das Virus auch isoliert hat und Untersuchungen geleitet hat.

00:10:39: Und es hat sich dann herausgestellt, in Marburg sind die Beringwerke, das wird jetzt glaube ich von CSL.

00:10:46: Betrieben, aber damals waren das die Beeringwerke, die im Impfstoffe hergestellt haben, Serien hergestellt haben und die haben Affen importiert und zwar etiopische Grünmeerkatzen aus Uganda und von denen hat man Organe verwendet um Zellkulturen anzulegen, um einerseits Impfstoffe zu produzieren, andererseits auch zu testen, ob die Impfstoffe sicher sind.

00:11:14: Und es hat sich dann herausgestellt, dass eben die meisten der Leute in Marburg, Frankfurt und Belgrad, in Belgrad hat man solche Affen von der gleichen Lieferung auch verwendet, dass sich die Leute eben angesteckt haben, weil sie mit diesen Affen bzw.

00:11:28: mit den Geweben gearbeitet haben.

00:11:30: Und der Großteil dieser Fälle waren eben direkte Ansteckungen mit dem Material von Affen.

00:11:37: Aber ich glaube, es hat auch sekundäre Fälle gegeben, also Mensch zu Mensch übertragen und ich glaube, das waren drei in Marburg, zwei in Frankfurt und einen in Pilgrat.

00:11:45: Aber wie gesagt, das hat sich eben zurückverfolgen lassen zu einer Affenlieferung aus Uganda.

00:11:52: Und das war eben der erste Ausbruch.

00:11:54: und weil das eben in Marburg erkannt wurde und in Marburg passiert ist, dann erinnern wir das Virus jetzt Marburg-Virus.

00:12:00: Es gab dann immer wieder vereinzelte Fälle, keine größeren Ausbrüche in Afrika.

00:12:05: Und in dem Jahr und siebenunddach ist dann zu einer Infektion gekommen von einem dänischen Jugendlichen, der war in Kenia auf Urlaub und hat dort Höhlen besucht und ist dann krank geworden.

00:12:19: und hat dem Marburg ähnliche Symptome bekommen, ist dann auch gestorben.

00:12:24: Und von dem hat man dann das Ravenvirus isoliert.

00:12:27: Das nennt sich so, weil der Vorname, soweit ich weiß, von diesem dänischen Jugendlichen eben Raven oder Raven war.

00:12:33: Ich weiß nicht, wie man es richtig auf dänisch ausspricht.

00:12:36: Es gab dann immer wieder kleinere Ausbrüche, was auch erwähnenswert ist.

00:12:45: Und zwar am Vektor-Institut in Koltzovo in Nozibirsk.

00:12:50: Die haben dort Biowaffen gearbeitet und unter anderem versucht Marburg-Virus in eine Biowaffe umzubauen.

00:12:58: Und da haben sich Leute dabei infiziert.

00:13:00: Ich glaube, eine der Personen ist gestorben, die andere hat es überlebt.

00:13:04: Das Institut gibt es übrigens nicht mehr.

00:13:07: Und es gibt mittlerweile sehr gute Vereinbarung international, dass nicht mehr an Biowaffen gearbeitet wird.

00:13:16: Weitere interessante Ausbrüche, der größere Ausbrüche war Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zwischen Das waren zwei noch zweiundfünfzig dediktierte Fälle.

00:13:35: Größerer Ausbruch war auch in Equatorial Guinea, zweihundertundzwanzig mit vierzig Fällen und dann zweihundertundzwanzig in Rwanda mit achtundfünfzig Fällen.

00:13:46: Aber kleinere Ausbrüche in letzter Zeit gab es auch in Tanzania, in Ghana und in Guinea.

00:13:52: Und wie schon erwähnt, es kommt auf dem Ausbruch darauf an, wie hoch die Matalitätsrat ist.

00:13:58: liegt so zwischen zwanzig und hundert Prozent.

00:14:00: Er ist aber normalerweise bei etwa sechzig Prozent.

00:14:03: Also man kann sich vorstellen, dass die größeren Ausbrüche hier auch viele Tote verursacht haben.

00:14:11: Ein interessanter Fall oder zwei interessante Fälle sind es in dem Jahr acht.

00:14:15: Passiert und zwar ging es darum Touristen, die in Uganda im Marama Gambo Wald, das ist ein Naturschutzgebiet, auch Höhlen besucht.

00:14:27: Da gibt es ziemlich interessante Höhlen, wo eben diese Fledermäuse, diese Nilflughunde vorkommen.

00:14:35: Und in diesen Höhlen gibt es auch Bütterns, die die fressen.

00:14:38: Da gibt es echt coole Videos online, die kann man sich auf YouTube anschauen, wie wenn die Fledermäuse dann am Abend rausfliegen aus der Höhle, die Bütterns da schon warten und die Fledermäuse abfangen und dann fressen.

00:14:50: Ich habe vor Schlangen Angst.

00:14:51: Ich glaube, für mich wäre das nichts, das zu besuchen.

00:14:55: Jedenfalls ist das bei Touristen sehr beliebt und da waren im Jahr eight Touristen dort unter anderem Bärchen aus den Niederlanden.

00:15:03: Die sind dann zurück in die Niederlande und leider hat sie Symptome bekommen und ist dann an einem Aborg-Virus-Infektion gestorben nach dem Besuch dieser Höhle.

00:15:13: Und andere Personen war auch in dem gleichen Gebiet und ist dann in die USA.

00:15:18: und hat da auch Symptome bekommen und war relativ schwer erkrankt beim Krankenhaus, hat es dann aber überlebt, aber man hat eigentlich diese Erkrankung nicht richtig diagnostiziert.

00:15:31: Und die hat aber dann von einem Fall in den Niederlanden gehört und da heißt man dann nachher drauf kommen, dass das eine Mapokvirus-Infektion war über Antikörper-Detektion.

00:15:43: Noch ein bisschen was zu diesen Nilflughunden.

00:15:46: Es hat relativ lange gedauert, bis man wirklich herausgefunden hat, dass die einst der Reservare sind.

00:15:52: Man weiß nicht, es kann sein, dass es noch mehrere gibt.

00:15:54: Wahrscheinlich kommt das Virus in diesen Flughunden vor und zirkuliert in denen.

00:15:58: Die nennen sich auf Englisch Egyptian Floodbed und auf Lateinisch Rosettus Ägyptiakus.

00:16:05: Das sind recht große Fledermäuse, die sich eben von Früchten ernähren.

00:16:12: Einigen Gebieten in Afrika vorkommen, im Prinzip ganz über Afrika verteilt, aber in beschränkten Gebieten, wo das Biotop passt, wo genügend Früchte vorkommen.

00:16:22: Und in dem Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im in dieser Höhle gearbeitet, das waren im Prinzip Minenarbeiter und daraufhin hat man untersucht, ob in dieser Höhle eben welche Tiere das übertragen könnten.

00:16:49: Man hat schon vermutet, dass das diese Nilflughunde sind, aber man hat das dann untersucht und ich habe das sehr interessant gefunden.

00:16:56: In diesen Höhlen kann man eben diese Fledermäuse fohren, es ist recht heiß.

00:17:00: Und man muss da dann natürlich mit entsprechendem Schutzanzug rein, damit man sich nicht infiziert.

00:17:06: Die Decke dieser Höhlen.

00:17:08: ist voll von Fledermäusen, das sind hunderte und tausende Tiere.

00:17:12: Da fällt natürlich Urin runter, Falt Kot runter, also das ist grundsätzlich schon mal grausig.

00:17:17: Dann ist das wahrscheinlich, wird man da relativ schnell klaustrophobisch in so einer Höhle.

00:17:21: Und da sind auch relativ viele Schlangen drinnen, inklusive Cobras, die diese Fledermäuse auch fressen.

00:17:27: Und wenn man sich vorstellt, dass da Forscher reingang sind, eben mit Schutzanzügen.

00:17:32: Mit einem Ganzkörperschutzanzug, was dann noch heißer ist, man aufpassen muss, dass man sich nicht infiziert, dass man nicht von einer Schlange gebissen wird.

00:17:40: Das ist irgendwie meine Horrorvorstellung.

00:17:43: Aber jedenfalls haben die rausgefunden, dass die meisten dieser Nilflughunde mit Marburg-Virus infiziert sind und man kann jetzt mit relativer Sicherheit sagen, dass die eine der Hauptreservare für dieses Virus sind.

00:17:55: Noch ein bisschen was zu Impfstoffen und Therapien.

00:17:58: Die schlechte Nachricht gleich mal vorweg.

00:18:00: Da gibt es momentan gar nichts.

00:18:02: Also wenn man diese Infektion mal hatte, gibt es natürlich unterstützende Therapien, man kann versuchen Flüssigkeit zuzuführen, man kann Medikamente geben, um Symptome abzuschwächen, aber man kann eigentlich nichts geben, dass der Virusinfektion wirklich entgegenwirkt.

00:18:17: Da gibt es nichts Spezifisches momentan und man kann sich auch nicht mit Impfungen davor schützen.

00:18:23: Diese Dinge sind eine Entwicklung.

00:18:26: Es gibt ein paar Impfstoffansätze, die ähnlich sind wie die Impfstoffe, die bei Ebola schon zugelassen sind.

00:18:32: Aber für Marburg sind sie eben nicht zugelassen.

00:18:35: Und bei den Therapien ist es auch gleich.

00:18:37: Also bei Ebola gibt es ja mittlerweile Antikörpertherapien, die man einsetzen kann, wenn man schon infiziert ist.

00:18:43: Solche Antikörper, monoklonale Antikörper, die das Virus neutralisieren, gibt es auch bei Marburg Virus.

00:18:50: Aber die sind eben noch nicht zugelassen, die sind noch nicht genügend in Menschen erprobt.

00:18:55: Man könnte diese Sachen natürlich relativ schnell weiterentwickeln und auch zulassen, aber es ist eben schwierig.

00:19:02: erstens, weil es relativ wenig Forschungsförderung für diese Dinge gibt, weil es wenig Fälle gibt.

00:19:08: Und andererseits ist auch die Erprobung im Menschen schwierig, weil wenn es wenig menschlichen Infektionen gibt, kann man auch schwer testen, ob das eigentlich funktioniert.

00:19:15: Also von dem her ist die Situation mit Marburg-Virus nicht so toll.

00:19:19: Ganz zum Schluss einer Einschätzung, wie gefährlich das Virus jetzt wirklich ist.

00:19:23: Also wenn man in Gebieten unterwegs ist, wo man damit in Berührung kommen könnte, ist das problematisch.

00:19:31: Wenn man mal infiziert ist, ist das sehr problematisch.

00:19:34: Die Wahrscheinlichkeit, dass man dran stirbt, wenn man sich damit infiziert hat, ist höher als fünfzig Prozent.

00:19:40: Also ist keine tolle Situation.

00:19:42: Aber ich glaube, Grundsätzlich, was größere Ausbrüche und Pandemie betrifft, muss man sich bei Marburg wahrscheinlich weniger Sorgen machen.

00:19:52: Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht sehr effektiv.

00:19:55: Es gibt im Prinzip keine Übertragung über die Atemwege.

00:19:58: Also ich sehe da eine sehr geringe Chance, dass es da zu großen Ausbrüchen oder gar zu einer Pandemie kommen könnte.

00:20:04: Also von der Seite ist man ziemlich sicher.

00:20:07: Aber wie gesagt, es wäre sehr wichtig, dass man Impfstoffe weiterentwickelt bzw.

00:20:11: Therapien weiterentwickelt, damit man wirklich was in der Hand hat, wenn es zu lokalen Ausbrüchen kommt und dass man eben Menschen schützen bzw.

00:20:21: therapieren kann.

00:20:23: Ja, das war's für heute.

00:20:24: Marburg-Virus ist ein sehr interessantes Virus.

00:20:27: Im Prinzip relativ gefährlich, wenn man damit in Kontakt kommt.

00:20:32: Den meisten von uns wird das aber nicht passieren.

00:20:34: Wie immer, wenn es Fragen oder Anregungen gibt, einfach ein E-Mail schreiben an www.virologisch.at-Podcastwerkstatt.com.

00:20:42: Und damit noch schönen Tag und danke fürs Zuhören.

00:20:46: Bis zum nächsten Mal.

00:20:47: Ciao.

00:20:49: Wenn euch der Podcast gefällt und ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, schaut gerne auf Steady vorbei.

00:20:55: Den Link findet ihr in den Shownotes.

00:20:56: Wir freuen uns auch über eine Bewertung und ein Abo auf der Podcastplattform eurer Wahl.

00:21:22: Podcastwerkstatt.

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